Am Ufer

Das Mädchen saß am Ufer des Sees.

Sie schaute sich um und sah sich die Natur an. Was sie sah, waren steile Abhänge, viele kahle Birken, Sand und eiskaltes Wasser.

All das wurde von der Sonne angestrahlt und sah so friedlich aus.

In ihrem Kopf war es nicht so friedlich.

Das Mädchen stellte sich vor, einen dieser steilen Abhänge hochzuklettern und runterzuspringen. Zu springen und einfach nur noch zu fallen. Immer und immer wieder stellte sie sich das vor.

Dann schweifte ihr Blick auf das Wasser. Das eiskalte Wasser. Auch da waren ihre Gedanken, nicht so friedlich. Sie stellte sich vor in das Wasser zu gehen. Rein zu gehen und unter zu tauchen, ohne jemals wieder hoch zu kommen. Oder in der Kälte zu erfrieren.

 

So saß sie eine Weile an diesem Ufer. Die Sonne verschwand und es wurde kalt. Genauso kalt, wie es in ihr drinnen aussah.

Irgendwann stand das Mädchen auf und ging weiter. Sie lief und ihr wurde etwas wärmer. Dann stieg sie einen dieser Abhänge hinauf. Als sie oben angekommen war schaute sie hinunter. Tief war es, sehr tief.

Eine Weile blieb sie ganz still dort oben stehen. Dann stieg sie wieder hinab.

21.6.08 22:44

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